
Wasserrecht
Mit Bescheid des Regierungspräsidenten in Köln vom 11. Mai 1978 wurde dem Wahnbachtalsperrenverband das Recht zur Gewinnung von Grundwasser im Siegbogen bei Hennef in einer Menge von im Mittel 1500 m³ je Stunde (36 000 m³ je Tag), bis zu maximal 3500 m³ je Stunde (80000 m³ je Tag) und von jährlich insgesamt 13,3 Mio m³ bewilligt.
Hydrogeologie
Die Gewinnung erfolgt aus dem quartären Grundwasserleiter, der aus Terrassenablagerungen der Sieg gebildet wird. Die grundwasserführenden Siegkiese weisen Durchlässigkeitsbeiwerte zwischen 1,3 und 7,1 x 10m³/s auf. Sie lagern im Fassungsgelände in einer Mächtigkeit von ca. 7 bis 12 m auf dem im Übergangsbereich teilweise zu Schluffen bis Tonen verwitterten devonischen Grundgebirge. Im Fassungsgelände beträgt die wassererfüllte Mächtigkeit des Grundwasserleiters in Abhängigkeit von den Flusswasserständen der Sieg etwa 6 bis 8 m.
Grundwasserströmung
Aus der südöstlich vom Fassungsgebiet gelegenen Siegschleife infiltriert ständig Flusswasser in den Grundwasserleiter. Bei niedrigen und mittleren Flusswasserständen strömt es entsprechend dem Gefälle des Grundwasserleiters parallel zum oberirdischen Flusslauf in nordwestlicher Richtung durch das Fassungsgebiet. Bei Hochwasser gelangt aus der anschließenden Siegstrecke zusätzliches Infiltrat in den Untergrund.
Brunnen, Wasserschutzzonen und Verlauf der Grundwassergleichen mit Fließrichtung des Grundwassers im Gebiet des Grundwasserwerkes im Siegbogen bei Hennef
Luftaufnahme des Grundwassergewinnungsgebietes im Siegbogen bei Hennef mit Wasserschutzzonen, im Hintergrund der Wahnbachstausee
Die Grundwassergewinnung erfolgt aus 2 Horizontalfilterbrunnen mit einem lichten Innendurchmesser von 2,9 m. Die Brunnenschächte bestehen aus einzelnen ringförmigen, miteinander verklebten Stahlbetonfertigteilen, die von der Geländeoberfläche etwa 14,0 m tief bis auf die Sohle des Grundwasserleiters gepresst wurden. Aus dem Schachtinneren wurden jeweils 8 Horizontalfilterrohre DN 280 (Schlitzbrückenfilter) etwa 1,0 m über der Sohle des Grundwasserleiters in Gesamtlängen zwischen 12 m und 38 m, im Mittel von 30 m vorgepresst und mit einer Filterkiesschüttung umgeben. Die einzelnen Filterstränge sind mit Kugelhähnen über ein Gestänge auf der Stahlbeton-Zwischendecke im oberen Bereich vom Brunnenschacht abzusperren.
Blick in einen Horizontalfilterbrunnen
Das Grundwasser wird aus den beiden Brunnen von je zwei Unterwassertauchpumpen mit Förderströmen von stündlich 800 m³ und 1000 m³ gefördert. Die Pumpen hängen über der Brunnensohle an Steigleitungen, die auf der Zwischendecke gelagert sind. In der Umgebung der beiden Brunnen befinden sich kompakte Transformatorenstationen sowie Druckstoßkessel- und -messschächte. Das geförderte Grundwasser gelangt über eine rund 3,0 km lange Transportleitung unter dem Vordruck der Brunnenpumpen auf die Wellbahnriesler im Betriebsgelände an der Wahnbachtalsperre. Die Transportleitung DN 800 für das Grundwasser aus dem Fassungsgelände wurde zusammen mit der 3. Hauptversorgungsleitung DN 800 nach Bonn mit einem Rohrdüker durch die Sieg verlegt.
Mit der neuen dritten Hauptversorgungsleitung sowie der vorhandenen ersten und zweiten Hauptversorgungsleitung (3 x DN 800) wird das Trinkwasser aus der Aufbereitungsanlage Siegburg-Siegelsknippen im Versorgungsgebiet des Wahnbachtalsperrenverbandes verteilt.
Die Nitratkonzentration im Rohwasser der beiden Horizontalfilterbrunnen liegt deutlich unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung von 50 mg/l (siehe folgende Bilder). Die Nitratkonzentration des Grundwassers im Vorland der Sieg (Messstelle Mb 2) liegt sogar unterhalb von 20 mg/l. Sie ist in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. In landseitigem Anstrom der Förderbrunnen (Messstellen Mb 9 und Nc 4) können dagegen kurzzeitig auch erhöhte Nitratgehalte beobachtet werden. Die Qualität des Grundwassers ist insgesamt für die Trinkwassergewinnung hervorragend.

